Das Imperial College London legte dazu nun die folgende Auswertung vor. Sie bezieht sich auf den Staat Victoria in Australienund die Jahre 2005 und 2006, ist aber möglicherweise auch für andere entwickelte Länder von aktuellem Interesse.

Das Risiko an unerwünschten Ereignissen während des Klinikaufenthaltes ist nicht nur für Patienten, sondern auch für Klinikbetreiber eine wichtige Information, da beide bei hohem stationären Risiko eventuell auf eine frühere Klinikentlassung hinwirken sollten. In dieser Studie wurden Daten des Klinikaufenthaltes von 206.489 internistischen Patienten aus allen öffentlichen Kliniken des australischen Staates Victoria analysiert. Ein Klinikaufenthalt mittlerer Dauer barg ein Risiko von 6 % für eine Arzneimittelnebenwirkung, von 18 % für eine Infektion und von 3 % für ein Ulkus. Jeder weitere Tag erhöhte das Risiko für eine Arzneimittelnebenwirkung um 0,5 %, für eine Infektion um 1,6 % und für ein Ulkus um 0,5 %.

Für die Praxis: Die Ursachen dieser unerwünschten Ereignisse müssen ermittelt werden. Weiters müssen die Risiken verlängerter Krankenhausaufenthalte bei der Entscheidung über den Entlassungszeitpunkt berücksichtigt werden.

K. Hauck et al., Med Care 2011; 49: 1068-75