Das Ausmaß der verbrannten Körperoberfläche bestimmt, trotz Behandlung in Spezialkliniken, weiterhin die Prognose des Patienten!

Bei 952 Kindern mit Verbrennung von 30 bis 100 % der Körperoberfläche wurde der Zusammenhang zwischen Ausmaß der Verbrennung und Prognose errechnet. Die Kinder wurden in sieben Gruppen mit zunehmender Ausdehnung der Brandwunde (um jeweils 10 % Körperoberfläche) eingeteilt. Die Gruppen wiesen ähnliches Durchschnittsalter, von 7,3 bis 9,6 Jahre, und Geschlechtsverteilung mit einem Jungenanteil von 59 bis 82 % auf. Insgesamt starben 123 Kinder (13 %); der Anteil stieg von 3 % in der Gruppe mit einer Verbrennung von 30 bis 39 %der Körperoberfläche auf 55 % in der am schwersten betroffenen Gruppe (90- bis 100%ige Verbrennung). Ein Multiorganversagen entwickelten 154 Kinder (16 %): 6 % der Kinder bei 30- bis 39%iger Verbrennung und 45 % bei 90- bis 100%iger Verbrennung. Eine Sepsis hatten 89 Kinder (9 %), mit einem Anstieg von 2 auf 26 % bei zunehmendem Schweregrad der Verbrennung. Eine Verbrennung von 62 % der Körperoberfläche erwies sich als kritische Schwelle, mit einer zehnfach gesteigerten Mortalität.

Für die Praxis: Auch unter modernem Therapiemanagement in einem Spezialzentrum bestimmt die Ausdehnung einer Brandwunde die Überlebenswahrscheinlichkeit. Ab einer Ausdehnung von 60 % sollten die jungen Patienten in einem Spezialzentrum behandelt werden.

R. Kraft et al., Lancet 2012; 379: 1013-21

Quelle: Medical Tribune 44.Jg Nr. 21 vom 23.5.2012