Wenn es kuschelig warm ist, fühlen sich Neugeborene wohler und reagieren auf schmerzliche Eingriffe mit weniger Gebrüll als bei den üblichen Beruhigungsversuchen mit einem Schnuller oder ein paar Tropfen Zuckerlösung im Mund. Dies ergab eine US-Studie, in der die drei Methoden im Zusammenhang mit einer Impfung miteinander verglichen wurden.
Abgesehen von der Wirkung der Mutter galten bislang Schnuller und ein paar Tropfen süße Lösung als hilfreich, wenn ein Baby einer schmerzhaften Prozedur ausgesetzt war. Nun hat sich in einer prospektiven und randomisierten US-Studie eine weitere Methode als wirksam erwiesen (Gray, L. et al. Warmth is analgesic in healthy newborns. Pain 2012; 153(5):960-966).

Vor einer HepatitisB-Impfung erhielten 47 gesunde, reife Neugeborene entweder einen Schnuller oderl ml einer 25-prozentigen Saccharoselösung oder sie wurden unter eine Wärmelampe gelegt. Dann erhielten die Kinder die Injektion und
wurden anschließend noch fünf Minuten beobachtet. Vor, während und nach der Intervention wurden das Schreien der Babys sowie deren Mimik auf Video aufgezeichnet sowie Körpertemperatur und Herzfrequenz kontrolliert.
Wärme wirkt besser als Schnuller und Zuckerlösung
Insgesamt beendeten die gewärmten Kinder ihr Schreikonzert früher als die der beiden anderen Gruppen. Unter der Wärmelampe schrie nach der Injektion etwa ein Viertel der Kinder gar nicht und etwa jedes zweite weniger als zehn Sekunden. In der Saccharose-Gruppe dagegen protestierten sämtliche Kinder lautstark, und der Schnuller wirkte nur bei 5 Prozent der Geimpften. Innerhalb von zehn Sekunden beruhigten sich bei den Schnullerkindern 18 Prozent und nach Zuckerlösung 20 Prozent. Bei der Mimik der Kinder zeigten sich ähnliche Unterschiede. Die durch die Intervention erhöhte Herzfrequenz normalisierte sich bei allen Kinder etwa gleich schnell.
Den Ergebnissen der Autoren zufolge ist die Wärmemethode mindestens genauso wirksam wie bislang praktizierte Beruhigungsversuche mit Schnuller und Zuckerlösung. Abgesehen von den gesunden Neugeborenen sind diese Erkenntnisse natürlich vor allem für Frühgeborene und kranke Kinder von besonderer Bedeutung, die zum Teil mehrmals täglich schmerzhaften Blutentnahmen und anderen unangenehmen Eingriffen ausgesetzt sind.
Diese Erkenntnisse reichen aber auch weiter bis zum Erwachsenen. Es ist anzunehmen, das dieselben Mechanismen auch eine Reduktion von Schmerzen bewirken, wenn Patienten zugedeckt werden.