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Nur einer von 159 angehenden Medizinern beachtet sämtliche elf Faktoren für die richtige Blutdruckmessung der American Heart Association.

Wenn es um das Blutdruckmessen geht, ist die American Heart Association (AHA) penibel. Der Patient soll fünf Minuten im Stuhl zur Ruhe kommen, mit beiden Füßen den Boden berühren und weder reden, noch lesen oder telefonieren. Und sein Arzt muss auch daran denken, nicht über andere Hindernisse zu stolpern: Indem er die falsche Cuffgröße wählt oder vergisst, den Arm des Patienten zu stützen.

Falsche Armhaltung erhöht den Druck um 10 mmHg

Als besonders große Fauxpas gelten das Anlegen der Manschette über der Kleidung oder das Unterlassen einer vergleichenden Messung beider Arme. All das mag zwar kleinlich klingen, macht aber laut Studien potenziell einen Unterschied, schreibt Jennifer Abbasi im „JAMA“. Sie hat Studien- unter anderem eine der AHA mit Medizinstudenten- unter die Lupe genommen und Autoren sowie andere Ärzte befragt. Allein übereinandergeschlagene Beine können den systolischen Wert um 3-8 mmHg nach oben treiben. Eine falsche Armhaltung löst schon mal ein Plus von 10 mmHg (diastolisch) aus und macht dann ggf. den Unterschied zwischen Prä- und Hypertension. „Ich habe früher meinen Mitarbeitern eine Wette angeboten“, sagtProf. Dr. Raymond Townsend, Direktor des Hypertension Programms der Penn Medicine in Pennsylvania. „Wer eine Blutdruckmessung korrekt durchführt, bekommt ein Essen spendiert.“ Er musste nie eine Rechnung zahlen. Kein Wunder, dass auch die Studenten der AHA-Studie* nicht besserabschnitten. Den Blutdruck an beiden Armen hatte nicht einmal jeder Zweite gemessen. Ähnliches gilt für den Check der Fußstellung. An die fünfminütige Pflichtpause dachten gerade einmal sieben Prozent. Schulddaran sei nicht nur der verbesserungsbedürftige Unterricht, sondern oft auch schlechte Vorbilder. Und was waren die letzten beiden Punkte der richtigen Messung? Den Wert des Arms mit dem höheren Blutdruck notieren und an diesem die künftigen Messungen vornehmen.

Quelle: Rakotz MK et al., Journal of Clinical Hypertension 2017; DOI: 10.HTl/jch.13018Abbasi J, JAMA 2017; 318: 991-92