ImageTETRA, Terressstrial Trunked Radio, ist ein offener von ETSI (European
Telecommunications Standards Institute) veröffentlichter Standard für digitale
Behördenfunknetze (PSS Networks = Public Savety and Security Networks).
In Österreich wurde die erste Regionallizenz zur Errichtung des TETRA Netzes von
der Telekom Control GmbH am 7. 2. 2000 an die Fa. TetraCall Bündelfunk
Errichtungs- und Betriebs-GmbH versteigert (40 Frequenzkanäle). Dabei sollen das
Bundesland Wien und die Bezirke in Wien-Umgebung, Mödling, Baden und
Korneuburg abgedeckt werden.
Tetra Call steht zu 50% im Eigentum der Wiener Stadtwerke Holding AG, zu 45% der Siemens Aktiengesellschaft Österreich und zu 5% der Frequentis Nachrichtentechnik Gesellschaft m.b.H.

Laut Telecom Control können Kunden für das Funksystem beispielsweise die
Rettung, Bau- oder Taxiunternehmen sein. Im Vergleich zu GSM-Netzen liegen die
Vorteile von TETRA in den besseren Möglichkeiten zur Gruppenkommunikation und
gegenüber GSM im wesentlich schnelleren Rufaufbau von etwa 0,3 Sekunden.
TETRA ähnelt dem ebenfalls von ETSI publizierten GSM Standard (Global System
for Mobile Communications):
Die Netzarchitektur erfolgt zellular mittels Basisstationen (TBS = Tetra Base Stations), die Datenübertragung erfolgt als digitales Signal im TDMA Verfahren (Time Division Multiple Access = Zeitschlitzverfahren). Die Funkfrequenz ist in Bänder von je 25 kHz aufgeteilt und zwar so, dass über jedes 25 kHz Band 4 Verkehrskanäle übertragen werden.
Anmerkung: Bei GSM ist ein Band von 200 kHz auf 8 Verkehrskanäle aufgeteilt.
Die Kapaziät eines TETRA Verkehrskanals beträgt 9 kbits/s, wovon insgesamt 7,2
kbits/s nutzbar sind. Der Rest wird für das Senden von verschiedenen Steuerungs- und Kontrolldaten verwendet.

Derzeitige TETRA Frequenzbänder in Österreich:
385-390 MHz / 395–399,9 MHz
sowie 870–876 MHz / 915–921 MHz.
 
Gesundheitschädlich?
TETRA hat viele Ähnlichkeiten mit dem derzeit meist verbreiteten Mobilfunksystem
GSM 900 bzw. GSM 1800. Daher sind Erfahrungen aus dem GSM Bereich prinzipiell
für Analogieschlüsse mit TETRA geeignet.
Die nachfolgende Tabelle listet verschiedene Symptome und Krankheiten, die in der
wissenschaftlichen Literatur bei Exposition gegenüber radiofrequenten Wellen und
Mikrowellen berichtet wurden:

Betreffend der prinzipiellen gesundheitlichen Problematik hochfrequenter
elektromagnetischer Felder wird auf die Zusammenstellung „Mobilfunk und
Gesundheit“ verwiesen.

TETRA wird vorrausichtlich mit höheren Leistungen betrieben werden als GSM. Dies
betrifft sowohl die Basisstation als auch den Mobilteil (hier soll eine Regelung durch
den Nutzer möglich sein). Auf die hochfrequente Trägerwelle (ca. 400 MHz bzw. 900 MHz) aufmoduliert ist die sich aus dem Zeitschlitzverfahren (TDMA) ergebende
niederfrequente Pulsmodulation von 17,6 Hz. Diese Frequenz liegt im Bereich der
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Biologische Effekte:
Biologische Effekte und gesundheitliche Auswirkungen bei Expositionen im Niedrigdosisbereich gegenüber radiofrequenten Wellen und Mikrowellen:
-Gedächtnisverlust
-Schlafstörungen und Schlaflosigkeit,
-Reduktion des REM-Schlafes
-Verlangsamte motorische Fähigkeiten und Reaktionszeit bei Schulkindern
-Beeinträchtigte Aktivität der weißen Blutkörperchen bei Schulkindern
-Räumliche Desorientierung
-Kopfschmerzen
-Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke mit Durchlässigkeit in und aus dem Gehirn
-Eingeschränkte Aktivität des Nervensystems
-Konzentrationsverlusst und „benebeltes Denken“
-Verringerte Immunfunktion
-Verringerte Spermienanzahl
-Erhöhte Pulsrate
-Erhöhter Blutdruck
-Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Gehirns
-DNA Schaden (genetischer Schaden) und Veränderungen in der DNA Reparatur Kapazität
-Zellproliferation
(C. Sage 2000)
 
Beta-Wellen der Gehirnströme und liegt auch nahe bei der Frequenz, bei welcher,
bei Menschen mit lichtinduzierbarer Epilepsie Anfälle ausgelöst werden können. Die
Frequenz von 17,6 Hz liegt auch nahe der 16 Hz Frequenz, welche Störungen des
Kalzium-Ionen Flusses bei Gehirnzellen zeigt. Bisher wurden keine Untersuchungen
mit dem TETRA Signal in Zeitschriften mit einem peer review publiziert.
Dr. Gerald Hyland, University of Warwick, UK empfiehlt auf eine niederfrequente
Pulsung im Bereich der menschlichen Gehirnströme und jener Frequenzfenster die
einen Einfluss auf den Kalzium-Ionen-Fluss haben zu verzichten.
Weiters empfiehlt er eine Begrenzung der Langzeitexposition auf 0,1 mW/m2, ein
Wert der auch von Dr. Neil Cherry, Lincoln Universität, Christchurch, Neuseeland
empfohlen wird.
Dieser Wert ist ähnlich dem in der Internationalen Salzburger Resolution
verabschiedeten vorläufigen Beurteilungswert von 1 mW/m2 für die Summe der
niederfrequent pulsmodulierten Felder wie zB GSM.
 

Grenz- und Richtwerte:
Die nachfolgende Tabelle zeigt verschiedene Grenz- und Richtwerte für die Frequenz 900 MHz:
Quelle
Grenzwert in mW/m2
ÖNORM S 1120 1992
6000
ICNIRP Guidelines 1998 /WHO /EU-Ratsempfehlung 1999 4500
Deutschland 26. BISchV „Verordnung über elektromagnetische Felder“ vom 16.12.1996
4500

Österreich VO Entwurf Verkehrsministerium Juli 2000
(zurückgezogen Dez. 2000)
4500
Schweiz NIS-VO vom Dezember 1999
42
Italien für die Summe aller Frequenzen 1998
100
Italien 1998
1 (je Anlage)
Internat. Salzburger Resolution Juni 2000
1 (Summe aller pulsmodulierten Mobilfunkanlagen)
Bürgerforum Elektrosmog (BRD) 1999
ungepulst
gepulst
tags 0,1 / nachts 0,001
tags 0,001 / nachts 0,00001


Aktualisiert Montag, 19. Juni 2006    Geschrieben von Claus Blechinger    338  Mal gelesen

Weblinks:
www.powerwatch.org.uk/tech/Hyland1.htm
www.powerwatch.org.uk/micrwave/masts/tetra.htm
www.land-sbg.gv.at/celltower
www.microwavenews.com/
www.emfguru.com/
www.electric-words.com/
www.wave-guide.org/
www.ccwti.org/
www.emrnetwork.org/
www.feb.se/
www.e-smog.ch
plattform-gsm.homepage.com/
www.buergerwelle.de/