Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen medizinischen Notfall: Im Schnitt sind 21% der in die Notaufnahme eingelieferten Patienten Senioren, die unter Herzproblemen leiden oder einen Sturz hinter sich haben. Umfassende Aufklärung kann helfen, das Risiko für einen Notfall zu senken.1

Herzinfarkt: Symptome richtig deuten

In Deutschland leiden zwei bis drei Millionen Menschen unter einem sogenannten Altersherz, das heißt, das Herz ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die häufigste Ursache für eine chronische Herzschwäche ist andauernder Bluthochdruck, worunter über 63% der älteren Bevölkerung in Deutschland leiden.
Wichtig ist zudem, dass Patienten mit Herzschwäche Anzeichen für einen Herzinfarkt kennen und richtig deuten können. Dazu gehören Schmerzen, Engegefühl und Brennen in der Brust und Armen, unter Umständen aber auch Übelkeit und Erbrechen, ebenso wie unübliche Schweißbildung und ein fahler Hautton.
„Die Anzeichen für einen Herzinfarkt können vielfältig sein, nicht immer tritt ein stechender Schmerz in der Brust auf – daher ist es entscheidend, sich mögliche weitere Symptome bewusst zu machen und bei diesen umgehend zu reagieren und den Notruf zu verständigen“, sagt PD Dr. med. Philipp Bahrmann, Wiesbaden.

Stürze: Bewegung bringt Sicherheit

Laut aktuellen Studien stürzt jeder Dritte ab dem 65. Lebensjahr mindestens einmal im Jahr. Bei den über 80-Jährigen ist es sogar jeder Zweite. Jeder Sturz ängstigt die Betroffenen zutiefst, da die Verletzungsgefahr sehr hoch ist. Mit zunehmender Angst steigt auch die Unsicherheit. Gerade in den eigenen vier Wänden besteht die Sorge der Patienten, dass nach einem Sturz nicht schnell genug Hilfe vor Ort ist.
Hierfür gibt es spezielle Notrufsysteme, welche von den Patienten direkt am Körper getragen- und betätigt werden, falls ein Aufstehen nicht möglich sein sollte. Den Ernstfall vermeiden können auch Griffe und Geländer, die – angebracht beispielsweise an Treppen und im Badezimmer – Halt geben und schwere Stürze vermeiden können.
Neben solchen Vorkehrungen sind Stürzen durch frühzeitiges Training von Kraft und Balance entgegenzuwirken. Effektive Trainingsprogramme helfen, die Anzahl der Stürze um bis zu 20 Prozent zu senken. Denn Fakt ist: Inaktivität ist ein wesentlicher Einflussfaktor für die Entstehung chronischer Erkrankungen oder der Verlust von Funktion oder Mobilität im Alter.