Häufige Pupillenprüfungen bei wachen Patienten nach Schädel-Hirn-Trauma sind nicht notwendig

Veränderungen in Pupillengröße und -reaktion können Hinweise auf den intrakraniellen Druck liefern. Das ergibt Sinn für Patienten mit einer Glasgow ComaScale(GCS) zwischen 3 und 8. Doch wie sieht es bei völlig Bewusstseinsklaren mit einer GCS von 15 aus? Die NICE*-Empfehlung bei wachen Patienten nach Schädel-Hirn-Trauma empfehlen eine Pupillen-prüfung initial alle 30, dann alle 60 Minuten und ab der sechsten Stunde zweistündlich. Prof.Dr. Jonathan Benger vom EmergencyDepartment der BristolRoyalInfirmary hält jedoch die häufigen Kontrolen für absolut überflüssig. Zum einen reagieren die Pupillen erst spät, sprich bei deutlich erhöhtem Hirndruck. Davor ließe sich längst eine Veränderung in der Ansprechbarkeit erwarten. Dazu kommt: Viele Menschen haben eine physiologische Anisokorie. Dies kann erheblich in die Irre und zu unnötigen Untersuchungen führen. Ganz zu schwaigen von der Zeit die es kostet jeden Patienten so engmaschig zu überwachen. Natürlich sollte jedem Kopfverletzten initial in die Augen geleuchtet werden, das sollte dann aber bei einem hellwachen Patienten auch reichen!

Quelle: Medical Tribune und Nat. Institute for Health and Care Excellence BengerJ,BMJ2016;354:i5235