Die endotracheale Intubation gilt als sicherste Methode, die Atemwege von bewusstlosen Personen freizuhalten. Aufgrund fehlender Praxis fällt die Intubation aber Besatzungen von Notfallambulanzen oft schwer. Leicht und schnell anzuwendende supraglottische Atemwegshilfen könnten im Notfall außerhalb der Klinik eine Alternative sein, wie zwei Studien aus Großbritannien und USA gezeigt haben.1-3

In zwei 2 randomisierten Studien wurde untersucht, ob supraglottische Atemwegshilfen (SGA), die bisher nur nach einer gescheiterten Intubation zum Einsatz kommen, im Erstversuch eine gleichwertige Alternative sind.
In der britischen AIRWAYS-2-Studie wurden 1.523 ausgebildete Rettungssanitäter ohne ärztlichen Hintergrund an 4 Notrufzentralen auf 2 Gruppen randomisiert. Die eine Gruppe wurde instruiert, die Sicherung der Atemwege wie erlernt als endotracheale Intubation (ET) durchzuführen – die andere Gruppe sollte hierfür eine supraglottische Atemhilfe verwenden.
An der Studie nahmen 9.296 Patienten teil, die außerhalb der Klinik einen Herzstillstand erlitten hatten. Primärer Endpunkt der Studie war die modifizierte Rankin-Skala bei der Entlassung aus der Klinik oder nach 30 Tagen. In der SGA-Gruppe erzielten 311 von 4.882 Patienten (6,4 %) ein gutes Ergebnis gegenüber 300 von 4.407 Patienten (6,8 %) in der ET-Gruppe. Somit waren beide Verfahren gleichwertig. Als Vorteil der SGA nennen die Autoren, dass sie signifikant häufiger beim ersten Versuch erfolgreich war (87,4 % in der SGA-Gruppe vs. 79 % in der ET-Gruppe). Die Rate an Aspiration von Mageninhalt unterschied sich nicht wesentlich zwischen den beiden Gruppen (15,1 vs. 14,9 %).
Noch günstiger waren die Ergebnisse der US-amerikanischen PART-Studie („Pragmatic Airway Resuscitation Trial“). 3.004 Patienten, die außerhalb der Klinik einen plötzlichen Herzstillstand erlitten hatten, wurden hier entweder endotracheal intubiert oder mit einem Larynxtubus versorgt. Primärer Endpunkt der Studie war die Überlebensrate nach 72 Stunden. Dieses Ziel wurde mit dem Larynxtubus bei 275 von 1.505 Patienten (18,3 %) erreicht gegenüber 230 von 1.499 Patienten, die primär endotracheal intubiert wurden (15,4 %). Damit war der Larynxtubus sogar signifikant überlegen. Die Autoren führen das vor allem darauf zurück, dass die Platzierung des Larynxtubus in 90,3 % der Fälle auf Anhieb gelang, was bei der Intubation nur bei 51,6 % der Patienten der Fall war.

Quellen:

- Coliquio-Online am 18.9.2018

1. Jonathan R. Benger et al; Effect of a Strategy of a Supraglottic Airway Device vs Tracheal Intubation During Out-of-Hospital Cardiac Arrest on Functional Outcome – The AIRWAYS-2 Randomized Clinical Trial; JAMA (2018); 320(8):779-791. doi:10.1001/jama.2018.11597

2. Henry E. Wang et al; Effect of a Strategy of Initial Laryngeal Tube Insertion vs Endotracheal Intubation on 72-Hour Survival in Adults With Out-of-Hospital Cardiac Arrest – A Randomized Clinical Trial; JAMA (2018); 320(8):769-778. doi:10.1001/jama.2018.7044

3. Deutsches Ärzteblatt: Reanimation: Supraglottische Atemwegshilfen gleichwertig zur endotrachealen Intubation