Drucken
Zugriffe: 120

Bei der Herzdruckmassage kommt es zwar des Öfteren zu Frakturen von Rippen und Brustbein – Verletzung der darunter liegenden Weichteil sind aber eher sehr selten. Bei Anwendung mechanischer Reanimationshilfen scheint das Risiko für diese im Einzelfall auch mal lebensbedrohlichen Verletzungen deutlich höher zu sein.

Mechanische Reanimationshilfen führen die Herzdruckmassage während einer kardiopulmonalen Reanimation selbständig durch. In mehreren klinischen Untersuchungen wurde gezeigt, dass sie dabei zu ähnlich guten Ergebnissen hinsichtlich Outcome und Prognose kommen wie die manuelle Druckmassage von Menschenhand.
Jetzt haben schwedische Pathologen eine prospektive Studie bei 414 Patienten durchgeführt, die kardiopulmonal reanimiert worden waren und währenddessen oder im engen zeitlichen Zusammenhang damit verstarben. Gesucht wurde nach Verletzungen von Knochen und Weichteilen und einem möglichen Zusammenhang mit der Reanimationsmethode.
Tatsächlich scheint das Verletzungsrisiko bei der mechanischen Reanimation größer zu sein: Von den 52 manuell reanimierten Patienten wiesen 77% eine Rippenfraktur, 38% eine Fraktur des Sternums und nur 1,9% eine Weichteilverletzung auf. Die mechanisch reanimierten Patienten (n = 362) hatten dagegen fast alle gebrochene Rippen (96%), die Mehrheit (80%) hatte eine Sternumfraktur und immerhin 10% auch Weichteilverletzungen, die bei einigen Patienten potenziell lebensbedrohlich waren.
Die schwedischen Kollegen raten aufgrund ihrer Befunde zwar nicht pauschal von mechanischen Reanimationshilfen ab – die technischen Hilfsmittel sollten aber „vernünftig“ eingesetzt werden. 

Quellen

  1. Friberg N et al. Skeletal and soft tissue injuries after manual and mechanical chest compressions. European Heart Journal – Quality of Care and Clinical Outcomes 2019; qcy062, DOI: 10.1093/ehjqcco/qcy062
  2. Kardiopulmonale Reanimation – Geringeres Verletzungsrisiko bei manueller Herzdruckmassage. Kardiologie.org, 18.01.2019