Weitere Versorgung - Transport:
- Im RTW legen eines 2.zuganges
- Vollständige Entkleidung
- Wärme erhalten mit Wärmedecke
- Körpertemperatur 33° gemessen mit Tympanothermometer
- zunehmender Blutdruckabfall -> rascher Transport ins Zielspital
Übergabe im Schockraum:
Bei Übergabe im Schockraum sind bei der Patientin nur mehr zentrale Pulse tastbar. Auf Adrenalingabe kommt es sofort zum Ansteigen des Blutdrucks auf 120mmHg systolisch. Es treten zwei spritzenden Blutungen aus der Gesichtsverletzung auf.

Diskussion:
- Die anfängliche Verwirrung über die Art der Verletzung und den Ort des Geschehens führte zu einer merklichen Verzögerung des Einsatzes. Beim Eintreffen gingen wir noch von einer Todesfeststellung aus, da es sich um eine aus dem Zug gestürzte Person handelte. Wären die Informationen exakter gewesen hätte man schon früher einen 2ten RTW zum Abtransport anfordern können.
- Die Entscheidung die Patientin noch am Bahngleis zu intubieren würde ich im nachhinein als falsch bewerten:
* Der Abtransport wurde komplizierter und dauerte länger
* Eine problemlose Intubation bei einer schweren Gesichtsverletzung unter schlechten räumlichen Bedingungen war eigentlich nicht zu erwarten.
* es lag keine zwingende, absolute Indikation vor (Atemweg war nicht gefährdet).
- Der Einsatz von Katecholaminen wäre trotz der Unterkühlung möglich gewesen (Inaktivierung erst unter 30°C KKT), aber die im Schockraum auftretenden spritzenden Blutungen wären vor Ort nicht so einfach zu beherrschen gewesen.
- Insgesamt hätte der Einsatz zügiger abgewickelt werden müssen, da das Hauptproblem ein hämorrhagischer Schock wegen der Blutung aus der Gesichtsverletzung war.

 

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