LONDON — Wer das Narkose­mittel Ketamin regelmäßig als Partydroge nimmt, riskiert Schäden der Psyche und des Verstandes.

Wird Ketamin immer wieder missbräuchlich verwendet, stört es vor allem das Gedächtnis und die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Aber nicht nur der Verstand leidet, son­dern auch die Psyche: Ketaminkon­sumenten sind psychopathologisch auffälliger als Drogenverweigerer. Wahnhafte Symptome korrelieren sogar positiv mit der Menge des ak­tuell verbrauchten Narkotikums. Zu diesen Ergebnissen kam ein eng­lisches Forscherteam, das jeweils 30 Personen in fünf Subgruppen analy­siert hatte: häufige, gelegentliche und ehemalige Ketamin-„User", Konsu­menten anderer Drogen und eine Kontrollgruppe ohne Gebrauch von illegalen Substanzen. Vor Beginn der Studie und nach einem Jahr unter­zogen sich alle Teilnehmer neurolo­gischen Tests und sie mussten stan­dardisierte Fragebögen ausfüllen. Damit sollte ihre psychische Verfas­sung ermittelt werden. Abgesehen von den ohnehin schon schlechteren Ausgangswerten brachen eifrige Ketaminkonsumenten im Laufe von zwölf Monaten in ihren kognitiven Leistungen noch weiter ein. Bei ge­legentlichen „Usern" verdoppelte sich die in den Haaren gemessene Ketaminkonzentration - Zeichen für eine langfristige Dosissteigerung und zunehmende Abhängigkeit.

 

Gelb. J. A. Morgan et al., Addiction 2009; 104: 77 - 87