Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. Das gilt nicht nur für Ärzte. Jedoch hat es gerade in dieser Berufsgruppe meist fatale Folgen, wenn etwas schief geht. Welche Lösungen sind wirkungsvoll?

Immer mehr Ärzte sind durch ihren Job an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Während von ihnen erwartet wird, andere gesund zu machen, droht für sie selbst Burn-out, Suchtgefahr oder Überforderung. Die Folge davon ist unter anderem eine steigende Fehlerhäufigkeit bei der Ausübung des Jobs. So vielfältig die Ursachen für diese Fehler in der Medizin sind, so unterschiedlich sind auch die Maßnahmen, die wirkungsvoll entgegengesetzt werden können.

Gesetzliche Rahmenbedingungen wie etwa das Arbeitszeitgesetz oder dienstrechtliche Vorschriften sind nur eine Seite der Medaille. Freiwillige Maßnahmen von Dienstgebern, aber auch die eigene Verantwortlichkeit der Ärzte die andere.
Fehlende Ressourcen

Auf lange Sicht werden auch Qualitätsmanagement- oder Fehlermeldesysteme durchaus dazu beitragen, dass weniger Fehler passieren, jedoch sind der Aufbau und das Management von derartigen Routinen vorerst an Zeit- und Geldressourcen gebunden – und genau an denen mangelt es. Fehler im System sind daher weniger rasch auszugleichen wie etwa „Fehler" am einzelnen Individuum Arzt. So kann etwa einem Burn-out vorgebeugt werden, indem Ärzte selbst die Verantwortung für sich und ihre Bedürfnisse wahrnehmen: regelmäßige Pausen, effektives Zeitmanagement oder das Delegieren von Aufgaben sind so wie das Erlernen von individuell passenden Entspannungstechniken wichtige Einzelmaßnahmen.

Es genügt nicht, an der Stellschraube „Beruf" zu drehen, vielmehr ist es notwendig, die einzelnen Lebensbereiche zu harmonisieren – ein Umstand, der durch Arbeitszeitgesetze oder Dienstrechtsänderungen allein nicht verbessert werden kann.