Verschiedene Standpunkte

Standpunkt 1
"Die langen Arbeitszeiten sind nur ein Teil des Problems."
Arbeitszeiten sind natürlich ein zentrales Thema, wenn es um die Leistungsgrenzen der Ärzte geht, die aber in hohem Maße bereichsabhängig sind. Grundsätzlich kann ein Arzt bis zu 72 Stunden pro Woche arbeiten, das ist konform mit dem Arbeitszeitgesetz.
Prim. Doz. Dr. Reinhard Germann Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, LKH Feldkirch

Standpunkt 2
"Der Zulauf in die Ambulanzen zu Randzeiten nimmt rasant zu."
Dass müde Ärzte mehr Fehler machen, wurde bereits in zahlreichen Untersuchungen belegt. So verhält sich etwa die Reaktionsfähigkeit nach 25 Stunden Arbeitsbelastung ähnlich wie bei einem Blutalkoholspiegel von 0,8 Promille. Dr. Harald Mayer Kurienobmann der angestellten Ärzte und Vizepräsident der OÖ Ärztekammer

Standpunkt 3
"Qualitätssysteme kosten im Aufbau Zeit und Geld."
Die steigende Fehlerhäufigkeit bei müden Mitarbeitern ist nicht berufsgruppenspezifisch. Auch Piloten oder Lokführer machen mehr Fehler, wenn sie überarbeitet sind. Problematisch wird es erst, wenn die Fehler mehr als bloßen Sachschaden, nämlich Personenschaden verursachen. Doz. Dr. Doris Mack Leiterin der Stabstelle für Qualitäts- und Riskmanagement, SALK

Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 15 /2010