Mit Checklisten wäre die Entfernung des falschen Beines in Tirol höchstwahrscheinlich zu verhindern gewesen. Heinrich Salzer war einer der Ersten, der damit arbeitete, seit zwei Jahren sind diese nun auch in allen KAVSpitälern Usus. „Bevor die Checkliste nicht abgearbeitet ist, bekomme ich gar keine Freigabe für die Operation", erzählt Dr. Stephan Kriwanek, Vorstand der Chirurgischen Abteilung des Donauspitals. Zusätzlich werden, um Verwechslungen auszuschließen, die Patienten immer wieder nach dem Namen und der Behandlung gefragt, oft auch zu deren Unmut. Manche würden sogar ein wachsendes Misstrauen entwickeln, so Kriwanek. „Man muss den Menschen schon erklären, dass dies zu ihrer Sicherheit passiert."
Besonders tragisch ist es, wenn ein und derselbe Fauxpas mehrmals passiert. Hier sollen anonyme Fehlermeldesysteme weiterhelfen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass Ärzte und Pfleger sich nicht vor Konsequenzen fürchten müssen. CIRPS, das Fehlermeldesystem der AUVA-Spitäler seit 2006, hat diesbezüglich das volle Vertrauen. „Sieben von zehn Mitarbeitern, die dort etwas eingeben, legen gar keinen Wert mehr auf ihre Anonymität. Das ermöglicht, gezielt nachzufragen", weiß Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger zu berichten. Der Lohn für die Offenheit der AUVAB esatzungen: Das Management setzt die Empfehlungen der Qualitätssicherung zügig um.