Bei den niedergelassenen Medizinern sind es die Hausärzte, die sich schon länger der Fehler-Thematik stellen. So können Allgemeinmediziner Meldungen in das Portal www.jeder-fehler-zaehlt.de des deutschen Instituts für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt eingeben und dort auch „schmökern", was die Kollegen falsch machen.
Fazit: Einiges tut sich, viel bleibt noch zu tun. „Das derzeitige Strafrecht ist leider ein Hemmschuh für die offene Fehlerkultur, die wir so dringend brauchen", bedauert Patientenanwalt Bachinger und fordert „dass bei leichter Fahrlässigkeit die strafrechtliche Verantwortung selbst bei schwerer Körperverletzung und Todesfolge wegfällt." Es gehe den wenigsten Opfern ärztlicher Behandlungsfehler um Rache. „Nur das Gefühl, dass etwas unter den Teppich gekehrt wird und sie für blöd verkauft werden, wollen die Patienten nicht." Bachinger verweist auf das Bändchen„Wenn etwas schiefgeht", eine aktuelle Broschüre der Plattform Patientensicherheit für Ärzte. Darin wird zu einer offenen Kommunikation geraten. „Ärzte dürfen und sollen im Schadensfall ihr Bedauern ausdrücken", so Bachinger. Ein solches Verhalten verhindere nicht selten eine Klage. Derzeit werde aber meist alles abgestritten – aus Angst, die Haftpflichtversicherung zahle sonst nicht. „Dabei gilt dies nur, wenn der Arzt auch ein rechtliches Schuldanerkenntnis vornimmt."

Quelle: Ärztekurier