„Das derzeitige Strafrecht ist leider ein Hemmschuh für die offene Fehlerkultur, die wir so dringend brauchen", bedauert Patientenanwalt Gerald Bachinger.
Fehler kommen in jeder Branche vor. In der Medizin haben sie allerdings öfter als anderswo fatale Konsequenzen: die letale Überdosierung eines Medikaments, das durch Geburtsschaden behinderte Kind, die Amputation des falschen Beines und vieles mehr. Letzteres passierte erst 2010 in Tirol wieder. Wie so häufig kamen Fehlleistungen mehrerer Personen zusammen: Der eine Arzt trug im Operationsplan die falsche Seite ein, der gestresste Chirurg wiederum warf keinen Blick in die Krankenakte.

 

cockpit.550 Das Arbeiten mit Checklisten und Briefings hilft, die Patientensicherheit im klinischen Alltag zu maximieren. Nur muss auch dies trainiert werden – wie bei den Flugzeugpiloten. Beim 20. Abbott Medical Circle traf sich eine hochkarätige Gesprächsrunde, um über Methoden der Patientensicherheit, Medikamentensicherheit, Qualitäts- und Risikomanagement zu diskutieren.

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. Das gilt nicht nur für Ärzte. Jedoch hat es gerade in dieser Berufsgruppe meist fatale Folgen, wenn etwas schief geht. Welche Lösungen sind wirkungsvoll?

Immer mehr Ärzte sind durch ihren Job an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Während von ihnen erwartet wird, andere gesund zu machen, droht für sie selbst Burn-out, Suchtgefahr oder Überforderung. Die Folge davon ist unter anderem eine steigende Fehlerhäufigkeit bei der Ausübung des Jobs. So vielfältig die Ursachen für diese Fehler in der Medizin sind, so unterschiedlich sind auch die Maßnahmen, die wirkungsvoll entgegengesetzt werden können.

13273_190x0-width_img Burnout in Gesundheitsberufen gefährdet auch die Patienten! Wenn Einsparungen die Kosten ansteigen lassen: Gestresste und frustrierte Mitarbeiter im Gesundheitssystem gefährden die Gesundheit und verringern die Heilungschancen der Patienten.

In Österreich wird der bodengebundene Rettungs- und Krankentransportdienst hauptsächlich vom österr. Roten Kreuz abgedeckt. Mit 160 ImageNotarztwägen (NEF, NAW), sowie 1800 Rettungs- und Krankentransportwägen werden pro Jahr ca. 100.000 Notarzteinsätze, 165.000 Rettungseinsätze ohne Notarzt sowie rund 1,4 Mio. Krankentransporte abgewickelt.(1)

Diese Leistungen werden vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit jährlich mehr als 150 Millionen Euro beziffert, Tendenz stark steigend.(2) Es ist daher nur allzu verständlich, dass von Kostenträgern in zunehmendem Maß Transparenz und Verbesserungspotential der notfallmedizinischen Strukturen gefordert werden. Hierzu fehlen in Österreich allerdings fast vollständig weitgehend klare und bundesweit einheitliche Standards sowie Zeitdefinitionen (Ausnahme: Bgld.), auf deren Basis sich die Kosten der Dienstleistung „Rettung" realistisch und nachvollziehbar kalkulieren ließen.(3)

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